Die Post - Weilburger Rundgang

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Station 5: Die Post
  
  
  Erinnerungen an Postkutschenromantik
und die Erzählung „Das steinerne Hündchen“ – Beispiel für die Treue zum Landesherrn

1704 wurde Weilburg Poststation, nachdem die Pfälzische Postlinie von Köln nach Frankfurt über Weilburg führte.

Zu­nächst war das Posthaus in der Neugasse, aber 1786 begann der Bau des einst Thurn- und Taxis´chen Postge­bäudes an dieser Stelle, an der sich die Post noch heute befindet.
Im Zeitalter von Internet und Mobiltelefon ist hier die alte Postro­mantik immer noch vorstellbar. Zusammen mit der alten Brücke und den beiden Brückenhäuschen fehlen nur noch der Postkut­schenwagen und das Wiehern der Pferde, um sich in diese Zeit zurückzuversetzen.

Das Postamt mit den beiden Brückenhäuser aus der glei­chen Zeit hinterlas­sen, von der gegenüberliegenden Seite der steinernen Brücke betrachtet, einen sehr harmoni­schen Eindruck.

Die Steinerne Brücke wurde 1764 bis 1769 erbaut, nach­dem ein gewaltiges Unwetter in der Neujahrsnacht 1763/64 durch den Druck des Eises und der Wassermassen die alte Brücke bis auf die Grundmauern eingerissen hatte. Die erste Stei­nerne Brücke wurde an dieser Stelle schon 1359 errichtet.

Am Seitenflügel des Schlosses entdecken Sie auf einem kleinen Mauervorsprung die Gestalt eines Hündchens, das bereit zu sein scheint, vom hohen Schloss in die Lahn zu springen.

Die Sage vom treuen Hündchen

Hierzu berichtet Astrid Connerth - Wiesenmayer:
Schon seit vielen Hunderten von Jahren residierten im Schloss zu Weilburg Könige, Grafen und Fürsten, die zu­sam­men mit ihren Untertanen auf dem Bergrücken der Lahn­schleife lebten.

Wie unterschiedlich das Geschick des Landes und seiner Fürsten auch war, ob Ansiedlung und Stadt rund um das Schloss wuchsen oder von Feinden zerstört und dann wieder­aufgebaut wurden, herrlich blieben die Wälder ringsum und reich an Gewässern, Vögeln und Wild.“

So gab es unter den Lan­desherren manche, die gerne zur Jagd ritten und mit ihren Hunden den Hir­schen, Hasen und Wild­schweinen nachspürten.“
……..
Ein Fürst von Nassau-Weilburg, der in dem Schloss wohnte, besaß ein Hündchen, das er vor allen anderen liebte.
Eines Tages, der Fürst wollte wieder zur Jagd reiten, war das Hündchen nicht da. Man rief nach ihm, aber es kam nicht. Das Tier war versehentlich in einem der Räume ganz oben im Schloss eingesperrt worden. Da das Zimmer über der Lahn lag, das Wasser rauschte und durch die Auf­bruchsstimmung im Schlosshof der Lärm groß war, hörte niemand das Bellen des Hundes.
Als aber dann der Jägertross über die Brücke und  dann am jenseitigen Ufer dahin stob, die Jagdhörner hell zum Schloss drangen, da sprang der Hund auf das Fenster­brett, von wo es seinen Herrn reiten sah. Da gab es kein Halten mehr.
Der Hund sprang mit Gebell in den Abgrund hinab. Bäume und Sträucher müssen verhindert haben, dass er nicht zerschellte.
Mit letzter Kraft durchschwamm er die Lahn und freudig bel­lend hastete er zu seinem Herrn.

Der Fürst stieg vom Pferd, bückte sich, nahm den Hund liebe­voll in den Arm. Die Anstrengung war aber zu groß und der Sprung zu tollkühn. So sank er zu den Füßen sei­nes Herrn nieder und starb.


Dem Fürsten ging der Tod seines treuen Hundes sehr nahe. Zur Erinnerung an ihn ließ er ihn in Stein hauen und an dem Gesims des Nordflügels des Schlosses ein Denk­mal setzen.“

Das Hündchen gilt als Wahrzeichen für Treue und Mut.

(Quelle: Weilburger Sagen und Geschichten, nacherzählt und he­rausgegeben von Astrid Connerth-Wiesenmayer, Weilburg 1984, S. 5 ff.)

Weiter geht es durch das Gartentor zum Marktplatz. Der Weg führt Sie vorbei an einer  mahnenden Erinnerungs­ta­fel zu den in der Nazi-Zeit verfolgten und ermordeten Weilburger Bürgern jüdi­schen Glaubens. Gehen Sie bitte bis in die Mitte des Marktplatzes, um die Gesamtanlage auf sich wirken zu lassen.    ZUM MENUE
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